Deutsch
 
Benutzerhandbuch Datenschutzhinweis Impressum Kontakt
  DetailsucheBrowse

Datensatz

DATENSATZ AKTIONENEXPORT

Freigegeben

Bericht

Refeudalisierung der Ökonomie: zum Strukturwandel kapitalistischer Wirtschaft

MPG-Autoren
/persons/resource/persons41262

Neckel,  Sighard
Projekte von Gastwissenschaftlern und Postdoc-Stipendiaten, MPI for the Study of Societies, Max Planck Society;
Department of Sociology, University of Vienna, Austria;

Externe Ressourcen
Volltexte (frei zugänglich)

mpifg_wp10_6.pdf
(beliebiger Volltext), 604KB

Ergänzendes Material (frei zugänglich)
Es sind keine frei zugänglichen Ergänzenden Materialien verfügbar
Zitation

Neckel, S.(2010). Refeudalisierung der Ökonomie: zum Strukturwandel kapitalistischer Wirtschaft. Köln: Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung.


Zitierlink: http://hdl.handle.net/11858/00-001M-0000-0012-4264-A
Zusammenfassung
Der Finanzmarktkapitalismus der Gegenwart lässt sich nur unzureichend als ideologische Ausgeburt des Neoliberalismus begreifen. Auch stellt die Ökonomie der schnellen Gewinne und hohen Verluste nicht einfach einen Verfall rationaler Erwerbsprinzipien dar. Derselbe gesellschaftliche Prozess, der die wirtschaftlichen Institutionen zur Struktur eines Finanzmarktkapitalismus modernisierte, hat vielmehr zugleich soziale Formen der Verteilung von Einkommen, Anerkennung und Macht etabliert, die ursprünglich vormoderne Muster der sozialen Ordnung aktualisieren. Mit Rekurs auf den analytischen Topos der „Refeudalisierung“, den Jürgen Habermas einst in seiner Studie über den Strukturwandel der Öffentlichkeit ausgearbeitet hat, wird die refeudalisierte Ökonomie der Gegenwart als eine Paradoxie kapitalistischer Modernisierung untersucht, deren Entstehungs- und Wirkungsmechanismen in vielfältiger Weise formale Ähnlichkeiten mit den institutionellen Transformationen moderner Öffentlichkeiten aufweisen.
The rise of financial-market-based capitalism cannot be adequately explained by attributing it to prevailing neoliberal ideology alone. Similarly, the economics of fast money and big losses is not merely a sign of deteriorating economic rationality. Instead, this article argues that the societal process that transformed the economic institutions towards a financial-based model of capitalism also brought back social patterns of distributing wealth, income and power typical of the pre-modern era, albeit in an updated form. Referring to the analytical concept of “refeudalization” introduced by Jürgen Habermas in his inquiry on the Structural Transformation of the Public Sphere, the author examines the current refeudalization of the economic sphere as a paradoxical process of capitalist modernization that is often similar to the institutional transformation of the modern public sphere.