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Neoliberalism without Neoliberals: Evidence from the Rise of 401(k) Retirement Plans

MPS-Authors
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McCarthy,  Michael A.
Institutioneller Wandel im gegenwärtigen Kapitalismus, MPI for the Study of Societies, Max Planck Society;
Department of Social and Cultural Sciences at Marquette University, Milwaukee, Wisconsin, USA;

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Citation

McCarthy, M. A. (2014). Neoliberalism without Neoliberals: Evidence from the Rise of 401(k) Retirement Plans. MPIfG Discussion Paper, 14/12.


Cite as: https://hdl.handle.net/11858/00-001M-0000-001A-1913-C
Abstract
This paper considers the rise of defined-contribution (DC) pensions – such as 401(k) plans – in
order to contribute to the debate about neoliberalism. It challenges the generalizability of two
common accounts: the weak state intervention thesis, which argues that neoliberal policy change
is driven by state retreat and deregulation, and the state-managed transition thesis, which argues
that neoliberal policies are both enacted and managed through new regulations. In contrast, this
paper argues that the development of the employer-based pension system between 1970 and
1995 is an instance of “neoliberalism without neoliberals.” A battery of regulations was passed
between 1974 and the late 1980s that were intended to make the traditional system of definedbenefit
(DB) pensioning more secure. However, this legislation triggered a business shift to
401(k)s. The legislation worked in such a counterintuitive way because of three factors related
to changes in “the balance of class forces” in American society: (1) new laws increased costs for
firms, with small businesses being hit the heaviest, (2) employment in the manufacturing sector,
labor’s traditional stronghold, declined as a share of total employment, and (3) because unions
were unable or unwilling to unionize emergent sectors of the economy, new businesses in them
were not compelled to negotiate DB plans. In such a context, growing regulatory costs pushed
many firms to adopt DC pensions for their employees. The outcome was a major policy shift,
considered by many to be a defining feature of the neoliberal era.
Als Beitrag zur Debatte um den Neoliberalismus befasst sich dieser Artikel mit dem Aufstieg
der betrieblichen Altersversorgung auf Basis „garantierter Beiträge“ (defined contributions, DC)
in den USA, wie etwa der 401(k)-Rentenpläne. Er stellt zwei weitverbreitete Auffassungen hinsichtlich
ihrer Allgemeingültigkeit infrage: zum einen die These des schwachen, in seinen Interventionsfähigkeiten
begrenzten Staates, die besagt, der Politikwechsel hin zum Neoliberalismus
werde durch den Rückzug des Staates und die Deregulierung vorangetrieben, und zum anderen
die des staatlich gelenkten Übergangs, die behauptet, neoliberale politische Maßnahmen würden
durch neue Regelungen in Kraft gesetzt und gesteuert. Demgegenüber legt diese Studie
dar, dass die Entwicklung der betrieblichen Altersvorsorge zwischen 1970 und 1995 als ein Fall
von „Neoliberalismus ohne Neoliberale“ bezeichnet werden kann. Von 1974 bis in die späten
1980er-Jahre wurde eine Vielzahl von Regelungen verabschiedet, um das traditionelle Altersversorgungssystem
auf Basis „garantierter Leistungen“ (defined benefits, DB) sicherer zu machen.
Doch lösten diese Gesetze vielmehr eine Umorientierung der Unternehmen zu 401(k)-Rentenplänen
aus. Drei Faktoren im Zusammenhang mit den Veränderungen des „Kräfteverhältnisses
zwischen den Klassen“ in der US-amerikanischen Gesellschaft führten dazu, dass sich die Gesetze
völlig anders auswirkten als erwartet. Erstens verursachten neue Gesetze Kostensteigerungen
in Unternehmen, wobei Kleinbetriebe am stärksten betroffen waren. Zweitens sank der Anteil
der Beschäftigung im produzierenden Gewerbe, einer traditionellen Arbeiterhochburg, an
der Gesamtbeschäftigung. Und drittens konnten oder wollten die Gewerkschaften junge Wirtschaftssektoren
nicht gewerkschaftlich organisieren; neue Unternehmen in diesen Bereichen
waren nicht zur Aushandlung von Altersversorgungsplänen auf Basis garantierter Leistungen
verpflichtet. In einem solchen Kontext wurden viele Betriebe durch die steigenden regelungsbedingten
Kosten dazu gedrängt, für ihre Mitarbeiter eine Altersversorgung auf Basis garantierter
Beiträge einzuführen. Die Folge war ein Politikwechsel von großer Tragweite, den viele als ein
prägendes Merkmal der neoliberalen Ära ansehen.