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Bericht

Das Komplexitätssyndrom: Gesellschaftliche "Komplexität" als intellektuelle und politische Herausforderung in den 1970er-Jahren

MPG-Autoren
/persons/resource/persons103094

Leendertz,  Ariane
Ökonomisierung des Sozialen und gesellschaftliche Komplexität, MPI for the Study of Societies, Max Planck Society;

Externe Ressourcen
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mpifg_dp15_7.pdf
(beliebiger Volltext), 3MB

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Zitation

Leendertz, A.(2015). Das Komplexitätssyndrom: Gesellschaftliche "Komplexität" als intellektuelle und politische Herausforderung in den 1970er-Jahren. Köln: Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung.


Zitierlink: http://hdl.handle.net/11858/00-001M-0000-0029-0730-A
Zusammenfassung
In den 1970er-Jahren begannen Soziologen und Politikwissenschaftler, einen analytischen Begriff von Komplexität zu entwickeln, indem sie aus der allgemeinen Systemtheorie und Kybernetik entnommene Konzepte in die Gesellschaftstheorie, Policy-Forschung und Politikberatung übertrugen. Gesellschaftliche „Komplexität“ war jedoch nicht allein ein Problem sozialwissenschaftlicher Theoriebildung, sondern wurde im Übergang von den 1960er- in die 1970er-Jahre zugleich als intellektuelles und politisches Problem „entdeckt“ und diskutiert: Der Begriff verbreitete sich simultan in Sozialwissenschaften, Politik und öffentlich-intellektuellen Debatten. Auch in den theoretischen Überlegungen wurde Komplexität nicht allein in einem streng analytischen Sinn, sondern als zeitdiagnostisches Schlagwort und Metapher verwendet. Vor dem Hintergrund historiografischer Debatten über Entwicklungen im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts untersucht der Aufsatz das Bedeutungskontinuum der Rede über gesellschaftliche Komplexität in den USA. Wieso gelangte das Thema in den 1970er-Jahren gleichzeitig zu wissenschaftlicher und zu politischer Prominenz? Was bedeutete es, Gesellschaft als „komplex“ zu denken? Welche Konsequenzen waren aus Komplexitätsdiagnosen zu ziehen und wie veränderten sie Konzeptionen und Selbstverständnisse politischen Handelns?
In the 1970s, sociologists and political scientists began to develop a notion of “complexity” using concepts from general systems theory and cybernetics and applying them to the fields of social theory as well as to policy research and consultation. Social complexity was, however, not just an issue for social scientific theorists. During the period spanning the 1960s and 1970s, the term gained currency across the social sciences as well as across political and intellectual debates where it was used not only in its narrow analytical sense but also as an explanatory catchword and metaphor for the era. Against the background of historiographical debates on developments during the final third of the twentieth century, this paper examines epistemic and political implications of the discourse on social complexity in the USA. Why did the topic rise to both academic and political prominence in the 1970s? What did it mean to view society as “complex”? What consequences emerged from the identification of social complexity as a problem, and what consequences did the associated ideas and concepts have for policy-makers?