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Transnationale Lohnkoordination zur Stabilisierung des Euro? Gab es nicht, gibt es nicht, wird es nicht geben

MPS-Authors
/persons/resource/persons41207

Höpner,  Martin
Politische Ökonomie der europäischen Integration, MPI for the Study of Societies, Max Planck Society;

/persons/resource/persons81235

Seeliger,  Martin
International Max Planck Research School on the Social and Political Constitution of the Economy, MPI for the Study of Societies, Max Planck Society;
Friedrich Schiller University, Jena, Germany;

Fulltext (public)

mpifg_dp17_13.pdf
(Any fulltext), 3MB

Supplementary Material (public)
There is no public supplementary material available
Citation

Höpner, M., & Seeliger, M.(2017). Transnationale Lohnkoordination zur Stabilisierung des Euro? Gab es nicht, gibt es nicht, wird es nicht geben. Köln: Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung.


Cite as: http://hdl.handle.net/11858/00-001M-0000-002D-A067-5
Abstract
Nominal de- and revaluations are impossible in currency unions. In order to prevent current account imbalances, the euro therefore requires the transnational synchronization of labor cost increases. Since the 1990s and especially since the introduction of the euro, European trade unions have announced their goal of coordinating their wage demands transnationally. Such announcements continue even though wage coordination continually fails. Pragmatist action theory makes us aware that actors solve the discrepancy between the desirable and the doable by de-coupling talk and action and that current attempts mainly aim at keeping the possibility of effective wage coordination a goal for the distant future. In the short and middle run, in contrast, nothing indicates that the distorted real exchange rates from which the eurozone suffers could be corrected by the means of wage coordination. The euro therefore lacks the crucial precondition for low-friction functioning.
In Währungsunionen stehen Auf- und Abwertungen zur Korrektur heterogener Inflationsentwicklungen nicht mehr zur Verfügung. Zur Vermeidung von Leistungsbilanzungleichgewichten erfordert der Euro daher die transnationale Koordination von Lohnauftrieben. Seit den Neunzigerjahren und verstärkt seit Einführung des Euro bekennen sich die Gewerkschaften zu dem Ziel einer solchen Koordination. Diese Bekenntnisse werden trotz des permanenten Scheiterns der Koordinationsbemühungen aufrechterhalten. Ein Rückgriff auf pragmatistische Handlungstheorien öffnet die Augen für den Umstand, dass die Beteiligten die Diskrepanz zwischen Wünschenswertem und Machbarem durch die Entkoppelung von Reden und Handeln lösen und dass die gegenwärtigen Versuche vor allem das Ziel verfolgen, die Möglichkeit effektiver Lohnkoordination für die langfristige Zukunft zu erhalten. Auf kurze bis mittlere Sicht spricht hingegen nichts für die Annahme, dass die Lohnpolitik in der Lage wäre, mittels einer transnationalen Lohnkoordination auf die Beseitigung der im Euro entstandenen Wechselkursverzerrungen hinzuwirken. Dem Euro fehlt daher bis auf Weiteres die entscheidende Voraussetzung eines friktionsarmen Funktionierens.