Abstract
Im oberen Tiefland Amazoniens lassen die geringen Meereshöhen dieser Region die Bildung riesiger Binnenseen zu Zeiten der früh- bis mittelpleistozänen Meeresspiegelhochstände vermuten. Bei weniger hohen Meeresspiegelständen (um 15 m über NN) können dagegen für das Monastir (letzte Warmzeit vor dem Würmglazial) ausgedehnte Flußlandschaften nachgewiesen werden. Zur Zeit ihrer Bildung waren sie der rezenten Várzea ähnlich. Heute zeichnen sie sich durch eine relative Hochlage (etwa 5 - 10m über der Várzea) und durch einen mehrere Meter mächtigen Verwitterungshorizont aus.
In den im Würmglazial tief eingeschnittenen Tälern Amazoniens bildeten sich im Postglazial bei schnellem Meeresspiegelanstieg, zunächst sog. Ria-Seen. Bei geringerem Meeresspiegelanstieg, etwa seit dem Mittelholozän, wurden dann die Täler des Amazonas und die der Weißwasser führenden Nebenflüsse zusedimentiert und damit die Várzea gebildet. In den Unterläufen der suspensionsarmen Klar- und Schwarzwasserflüsse blieben die Ria-Seen bestehen.
Die Aufüllung der Ria-Seen hat bei durchweg geringen Seetiefen einen gewissen Abschluß gefunden. Für den Sedimenthaushalt dieser Seen scheint sich, wie auch für den überwiegenden Anteil der Schwemmländer Zentralamazoniens, damit ein Gleichgewicht zwischen Sedimentablagerung und Sedimentabtragung eingestellt zu haben.