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Lebensverlaufsdynamiken junger Haftentlassener : Entwicklung eines empirischen Interaktionsmodells (ZARIA-Schema) zur Analyse von Haftentlassungsverläufen

MPS-Authors
/persons/resource/persons212381

Wienhausen-Knezevic,  Elke
Criminology, Max Planck Institute for the Study of Crime, Security and Law, Max Planck Society;

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K_184_Inhaltsverzeichnis.pdf
(Supplementary material), 291KB

Citation

Wienhausen-Knezevic, E. (2020). Lebensverlaufsdynamiken junger Haftentlassener: Entwicklung eines empirischen Interaktionsmodells (ZARIA-Schema) zur Analyse von Haftentlassungsverläufen: Teilstudie 2 der Langzeitstudie "Sexualstraftäter in den sozialtherapeutischen Abteilungen des Freistaates Sachsen". Berlin: Duncker & Humblot.


Cite as: http://hdl.handle.net/21.11116/0000-0005-9D18-0
Abstract
In den vergangenen zwei Jahrzehnten hatten die Studien zum Abbruch krimineller Karrieren Hochkonjunktur. Gleichwohl gibt es bislang nur wenige Untersuchungen, die auf Abbruchs- und Fortführungsprozesse aus einer Lebenslauf- sowie Agency-theoretischen Perspektive eingehen. In den meisten Studien, die sich mit der Entwicklung normkonformen Verhaltens von Straftätern befassen, wird das dynamische Wechselspiel von individual-psychologischen und sozial-strukturellen Einflüssen als ausschlaggebend für das Beenden der kriminellen Laufbahn und damit für den Desistance-Prozess hervorgehoben. Der vorliegende Band greift diesen Konsens auf und illustriert anhand eines empirischen Interaktionsmodells die Prozesse, unter denen es zu einer Stabilisierung oder Destabilisierung normkonformen Verhaltens kommt. Im Mittelpunkt der vorliegenden Arbeit stehen indes nicht Daten offizieller Desistance – wie dies üblicherweise in der klassischen quantitativen Rückfallforschung der Fall ist – sondern Prozesse der Verhaltensänderung im Sinne einer behavioral desistance. Hierbei werden nicht nur brüchige Übergangskonstellationen von Probanden, die nach einer Wiederinhaftierung erneut in Haft interviewt wurden, sondern auch vermeintlich erfolgreich bewältigte Übergänge von der Jugendstrafanstalt in die Freiheit in den Blick genommen. Daher sind sowohl Chancen- als auch Risikoverläufe der Befragten gleichermaßen von Interesse für die vorliegende Studie. Diese Risikoverläufe müssen indes nicht unmittelbar mit neuen Straftaten in Zusammenhang stehen, auch wenn positive Entwicklungsprozesse in diesen Fällen massiv gefährdet sind. In einem mehrstufigen Auswertungsprozess wird anhand der empirischen Ergebnisse aufgezeigt, dass der Abbruchs-, aber auch der Fortführungsprozess der kriminellen Laufbahn aus einem komplexen, dynamischen Zusammenspiel von fünf Kernkategorien besteht. Diese herausgearbeiteten Kategorien wurden zu einem Interaktionsmodell, dem sogenannten ZARIA-Schema, zusammengefasst.