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Was die Hände über das Gehirn verraten: Einblicke in die universellen kognitiven und neurobiologischen Grundlagen von Sprache

MPS-Authors
/persons/resource/persons213900

Trettenbrein,  Patrick
Department Neuropsychology, MPI for Human Cognitive and Brain Sciences, Max Planck Society;

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Citation

Trettenbrein, P. (2019). Was die Hände über das Gehirn verraten: Einblicke in die universellen kognitiven und neurobiologischen Grundlagen von Sprache. Talk presented at Vortragsreihe „Breaking the Silence“, Fachschaftsrat Humanmedizin der Universität Leipzig. Universitätsklinikum Leipzig, Germany. 2019-11-14 - 2019-11-14.


Cite as: http://hdl.handle.net/21.11116/0000-0007-1F0A-D
Abstract
Sprache ist ein Eckpfeiler menschlicher Kognition. In der Alltagssprache werden die Begriffe „Sprache“, „Sprechen“, und „Kommunikation“ oftmals gleichgesetzt. Die moderne Linguistik hingegen betrachtet die menschliche Sprachfähigkeit im Kern als einen neurobiologisch implementieren kognitiven Mechanismus. Durch die Kombination von einzelnen linguistischen Elementen (z.B: Wörtern) zu einer komplexeren Struktur (z.B. ein Satz) ermöglicht uns dieser Mechanismus eine potentiell unendliche Anzahl von grammatikalisch korrekten Sätzen zu produzieren und zu verstehen, obwohl wir diese noch nie zuvor gehört oder gelesen haben. Die linguistische Forschung der letzten Jahrzehnte hat gezeigt, dass die verschiedenen Gebärdensprachen, welche die bevorzugte Kommunikationsform von gehörlosen Menschen auf der ganzen Welt bilden, natürliche Sprachen mit einer ebenso komplexen linguistischen Organisation (z.B. auf Gebärden- oder Satzebene) sind. Die linguistische und neurobiologische Forschung zur Gebärdensprache ermöglicht demnach einen einzigartigen Blick auf die universellen kognitiven und neurobiologischen Grundlagen der menschlichen Sprachfähigkeit und zeichnet dabei ein Bild in dem Sprache und Sprechen keineswegs gleichzusetzen sind. In diesem Vortrag befassen wir uns zuerst mit den tiefliegenden Ähnlichkeiten von Gebärden- und Lautsprache aus einer linguistischen Perspektive. Aufbauend auf diesem Wissen widmen wir uns dann in einem kurzen allgemeinen Überblick den neurobiologischen Grundlagen von Lautsprache und werden anhand einer unlängst durchgeführten Meta-Analyse sehen, dass Gebärden- und Lautsprache in einem weitestgehend identischen Netzwerk in der linken Hirnhälfte verarbeitet werden. Diese Forschungsergebnisse unterschiedlicher Labore auf der ganzen Welt deuten folglich drauf hin, dass das menschliche Gehirn in seiner Evolutionsgeschichte ein sprachspezifisches Netzwerk entwickelt hat, welches auf die Verarbeitung von abstrakten linguistischen Informationen (z.B. einzelne Wörter, Gebärden oder ganze Sätze) spezialisiert ist, unabhängig davon ob es sich um Gebärden- oder Lautsprache handelt.