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Abstract:
Die im internationalen Vergleich überdurchschnittlich hohen Bildungsausgaben der USA sind vor
allem auf die überdurchschnittlich hohen privaten Ausgaben im Bereich der Hochschulbildung
zurückzuführen. Der vorliegende Aufsatz gibt eine Erklärung für diesen Befund, die aus drei
Bausteinen besteht. Erstens hat der dezentrale Charakter des Bildungssystems und die damit einhergehende
Wettbewerbsdynamik die Bildungsexpansion nicht gebremst, sondern befördert. Die frühe
Demokratisierung und die relativ späte Zentralisierung der Verwaltungsbürokratie der USA
erklären, wie es zu der Entstehung dieses dezentralen Systems gekommen ist. Der Wettbewerb im
Bildungssjstem hat im Primar- und Sekundarschulwesen zu einer Verdrängung der privaten durch
öffentliche Schulen geführt, nicht jedoch im Hochschulsektor. Der zweite Baustein der Erklärung
für die hohen Privatausgaben ist Regierungshandeln und -politik, die über Forschungs- und Studienförderung
die Stellung der privaten Bildungsinstitutionen gefestigt haben. Hinzu kommen Begünstigungen
durch das Steuerrecht und eine ausgeprägte philanthropische Tradition. Das dritte Erklärungselement
ist das wohlfahrtsstaatliche Umfeld: Der liberale Arbeitsmarkt stellt sicher, dass sich
Investitionen in die eigene Bildung und Ausbildung wegen der hohen Einkommensprämien lohnen.
Der schwach ausgeprägte soziale Schutz macht diese Investitionen sogar erforderlich.